Plötzlich Vater,

March 12, 2015 by Visionary · 2 Comments
Filed under: England 

vorübergehend und zum Glück (oder Pech wird manch einer sagen) nicht richtig. Helfe meiner jetzt alleinerziehenden Schwester und ihren 4 Kindern aus.

Kollegin 1: “Eat Eat” – kuckt mich die Kleinste mit ihren großen Augen und vorgeschobenem Kinn und Unterlippe an. Dazu wird noch das Zeichensprachensymbol verwendet – eine Hand, die scheinbar einen überhandtellergroßen Keks hält und sich rythmisch zum Mund bewegt. Also das Krümelmonster auf den Arm genommen zum Rundgang durch die Küche. Gebuttertes Toast – nein (nachdem es X Minuten zubreitet wurde, wofür ich sie unter Schreikrampf absetzten musste). Kekse (die sie vor einer Woche noch so mochte) – nein. Spagetthi – nee brauch ich nicht machen – hat sie die letzten 4 Male nicht gegessen. Ahh heute dürfen es Chocopupse sein.

Kollege 2: Flitzt durch die Bude und schaut sich dabei seine neuen blinkenden Schuhe im Spiegelschrank an. Pinkelt seit ein paar Tagen auf dem Klo und macht gelegentlich auch Poo dort.
Hilflose, amüsierte Blicke des Frauenhaushaltes heute morgen an mich, nachdem Kolleges Winkie sich stolz wie der Eifelturm beim Windelwechseln und Anziehen gegen die Decke reckte. Meine mit dem Zeigefinger-leicht-draufschlag-Technik wurde als zu deftig abgelehnt.
Dabei tut es doch viel fieser weh einfach Unterhose und Jeans anzuziehen, so lange der Turm noch steht.

Kollegin 3: Wie unzählige Mädchen auf dieser Welt derzeit auch, vom Elsa-Wahn befallen. Elsaperücke, Elsakleid, Elsaschuhe tragend (Dank den Verwandten) wird der Titelsong des Disney Films “Frozen” geschmettert: “Let it go, let it go – Cant hold it back anymore”. Dazu wird den linken oder rechten Arm in die Höhe reissend durchs Zimmer gerannt und dann und wann mit dem linken oder rechten Bein effektvoll auf die Erde ballettiert.
Unglücklicher Weise hat die Kleine aber das Problem ihr großes Geschäft zurückhalten zu wollen. Also versteckt sich “Elsa” hinter der Gardine oder steht im Raum und gebietet königlich, dass man sie gefälligst nicht ansehen soll. In diesen Momenten muss ich, mich dann zurückhalten nicht lauthals zu singen “Let it go! Let it go! Dont hold it back anymore!”

Kollegin 4: Erreicht bald das Teenageralter und ist ein klassischer Fall von hyperaktiv. Glücklicherweise entlädt sich ein Großteil der Aktivität in tanzen, so das ich ständig das Gefühl habe hier muss irgendwo gleich ein Casting für ein Schulmusical stattfinden. Leider lässt die Impulskontrolle auch sehr zu wünschen übrig, weshalb dass Kind auch gar nicht anders kann als ein wenig unbedacht zu agieren und zum Beispiel Mama zu recht unpassenden Zeitpunkten zu nerven.

Mama: Mama ist genervt und wünscht sich nichts sehnlicher, als ein Ende des ständigen Einkackens, Arschabwischens, Hosenauswaschens.

Wie lässt sich das alles nur bewältigen? Mit Entspannungstechniken, klar denken und ganz viel Humor… und weil die Briten auch gerne so viel Spaß und Witzigkeit haben wollen, wie die Kölner zum Karneval, haben sie sich vor mehr als 25 Jahren rote Gumminasen aufgesetzt und den Red Nose Day erfunden. Weil aber alles aus dem Rahmen fallen bei den spleenigen Inselbewohnern einen Grund braucht (z.B. dem Adel angehören), wird Geld gesammelt und für gute Zwecke eingesetzt. Deswegen müssen alle morgen in Rot in Schule und Kindergarten erscheinen und dann lustig sein (echt jetzt!). Gesoffen und geschunkelt wird natürlich nicht – das wäre einfach nicht die feine englische Art.

Außerdem sind die Briten alle Zwerge und ich stoße mir hier dauernd den Kopf, an der vom Eigentümer viel zu niedrig gehängten massiven Wohnzimmerlampe – Autsch!

Bin spätestens Spätsommer wieder zurück!

Da Pleite heute nur kleine Fotos, die aber mit Klick vergrößert werden können…

December 3, 2014 by Visionary · 2 Comments
Filed under: Indien, Veränderung 

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Westliche Touristen in den Ganges zu schubsen hat sich wohl als Karmabremse herausgestellt, denn ich bin mehr oder weniger Pleite. Nicht nur für üble Tat wird man vom gnadenlosen Dharma Rad plattgewalzt, sondernd allein schon die fiese Absicht scheint zu zählen. Wohl könnte ich das alles überwinden, wenn ich selbst im Ganges untertauchen würde. Die Gefahr von einem Gangesdelphin, -krokodil, -wasserleiche oder -hai belästigt zu werden, ist wohl verschwindend gering, gegenüber der Möglichkeit mit einer Plastiktüte oder einem Plastikbecher auf dem Kopf wieder aufzutauchen.* Aber wozu denn? Alles Wasser mit dem ich hier Dusche, ist ja schließlich gefiltertes Ganges-Grundwasser. Vielleicht sogar das Wasser was ich trinke – da ich nicht sicher bin, woher das (empfohlene) Wasser vom Hahn im Foyer meines Gasthauses überhaupt stammt, werfe ich mal lieber noch Aquatabs hinein.

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Die schwarzen Punkte auf dem Bild sind übrigens Papierdrachen, die vornehmlich von der männlichen Jugend mittels filigraner Technik auch bei kaum vorhandenem Wind in die Luft befördert werden. Wenn die Affenbande dann der Drachen habhaft wird, dann werden diese oft nicht nur zerfetzt, sondernd teilweise auch verspeist.

Ob ich auch nur meinen großen Zeh in den Ganges halten will muss ich mir noch stark überlegen…, denn eine Sekunde Unachtsamkeit hervorgerufen durch die ständigen Fragen “Boat, Boat, Boat?” oder “Haschisch, Marihuana, Opium?” und schwups… Manchmal mach ich mir auch den Jux auf die Frage “Sir what do you looking for, I got …” zu antworten “Inner Peace!”. Aber gut irgendwovon muss der Mensch ja leben und ich bin keinem böse so lang er mich nicht mit einem gezückten Messer in der Hand fragt.

Ruhige Ecken finden sich auch noch genug an den Stufen des Ganges an denen sich man des Blickes auf die andere, unbebaute Seite und der immer wärmenden Sonne erfreuen kann. Auch der morbide Blick auf die fünf bis zehn brennenden Überreste kürzlich Verstorbener erzeugt in mitten des Lärms eine nicht unangenehme Stille in mir. Allerdings noch nicht auf folgendem Bild – so früh am Morgen sterben die Inder nicht!

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Da mir das aber noch nicht genug Stille zu sein scheint, werde ich bald zehn Tage Vipassana Meditation machen. Um 4 Uhr aufstehen – um 21.30 Uhr wieder ins Bett und dazwischen zehn Stunden Meditation – etwas essen, Körperpflege, bloß keine Mücke totschlagen und ein paar Tipps vom Meister… – ansonsten den ganzen Tag nicht reden und auch keine Augenkontakte mit Anderen. Angeblich soll diese Meditation recht nah am vom Buddha praktizierten Original liegen.

Anfang Februar geht es wieder zurück nach Deutschland, mein Visum ist dann auch abgelaufen und ich werde hoffentlich irgendwo einen Job zum Mindestlohn bekommen um die Schulden, die ich für die Rückkehr und die Zeit bis dahin machen muss, abzuarbeiten. Also wer Ideen hat, wo ich ab Mitte Februar arbeiten kann, schreibe mir bitte ein Mail!

*Saku aus Japan, der schon in original indischen Unterhosen im Ganges gebadet hat, schwört er hätte schon einen Gangesdelphin gesehen – ich denke aber, dass alle diese Kreaturen mindestens 500 Meter unter der Gangesoberfläche leben…  Dort versuchen die Delphine irriger Weise die Wasserleichen zu retten, die von den Krokodilen und Haien mit den Zähnen festgehalten werden…

Kurzbericht Trip ABC (Annapurna Base Camp)

October 6, 2014 by Visionary · 4 Comments
Filed under: Nepal 

Unterwegs:

Preis für kleine Ziege = 8000 NPR = 63,41 EUR
Preis für große Ziege = 10000 NPR = 79,26 EUR
Preis für eine Ziege die 2 Norweger und ein Norweger mit arabischem Ursprung gekauft haben = 11500 NPR = 91,15 EUR
Preis für Buch Michael Lewis “Flashboys” = 200 US$

Im ABC:

Preis für Schlafen zwischen nepalesischen Führern und Trägern im Base Camp = 100 NPR = 79 Cent
Preis für Frühstück im ABC 750 NPR = 5,94 EUR
Tauschwert eine Packung 50 Teebeutel schwarz ungeöffnet = 1 Milchkaffee
Anzahl Touristen am fotografieren während Sonnenaufgang im ABC ca. 150 von 200
Touristen 150m höher und 500m weiter westlich entfernt selbe Zeit = 1

Anzahl der Volleyballfelder im ABC = 1
Anzahl der Volleybälle = 0
Fußbälle = 1
Minuten Fußball die ein DurchschnittsEuropäer mit jugendlichen Nepalesen auf dem Volleyballfeld mithalten kann = 5 min
Kartenspielende Nepalesen im ABC am Tage: 80%
Bergsteiger im ABC = 0
Zelte = 2
Feste Gebäude = 8
Schnee am Morgen = 0,01 cm
Gefährlichkeit der Tour: gering – Unterkünfte und Menschen viele + 90% der Wege gut ausgebaut (Treppen) Autor ist trotzdem 60 m cm tief in ein Reisfeld gestürzt (ohne Wasser)

Trekken auf 4000 Meter

September 23, 2014 by Visionary · 2 Comments
Filed under: Nepal 

Lange hat ja der Herr hier nichts von sich hören lassen, was man ihm aber hoffentlich nicht verübelt denn er ist ja bekannt als eine chaotische treulose Tomate.

Nun hat er sich aber heuer Socken aus Yackwolle gekauft um darauf vom schönen Fewa See (in dem auch noch hin und wieder FEin geWAschen wird) aus, vorbei an den Berggeistern zum Annapurna Base Camp zu schleichen. Dieses liegt auf 4200m. Knapp noch mal 4000 weitere Meter sind es zum höchsten Gipfel. Diese zweiten viertausend haben bis 2008 erst 154 Bergsteiger erfolgreich bewältigt und über 60 fanden bei dem Versuch den Tod – mögen sie in Frieden ruhen!
Aber niemand kann sich freuen oder muss sich fürchten – ICH! werde es nicht versuchen – und zwar aus dem einfachen Grunde, dass es auf den zweiten viertausend Metern keinen Imbissstand gibt, an dem man sich mal eine gehörige Bockwurst mit Senf und Brötchen kaufen könnte!

Schon die kommenden 10 Tage wird es nicht leicht werden auch überhaupt nur irgendeine Wurst zu bekommen. Würste wie wir sie kennen, sind nämlich in Nepal eher Mangelware. Yak-Salami lautet die von mir identifizierte Marktlücke – und wer von euch genug Chuzpe hat, der kann sie einfach besetzen und sich hier in Nepal eine goldene Nase verdienen!
In ein paar Stunden soll es losgehen – den strömenden Monsunregen scheint das nicht zu interessieren. ^^

Meditation, Devitation, Levitation

March 21, 2014 by Visionary · 6 Comments
Filed under: Indien 

Nein – fliegen kann ich noch nicht! Aber, nachdem ich mir jetzt mehr als 3 Wochen im Ashram meine Knochen verbogen, und genauso meine Gedanken gebogen habe, fühle ich mich fit das Knochenbiegen alleine lebenslänglich fortzusetzen!

Des Gedankenbiegens bedarf es allerdings noch etwas mehr Traings, so dass ich mich, sobald es mir möglich ist in ein Gedankenbiegecenter einchecken werde.

Die Schulen sind sich alle mehr oder weniger ähnlich, und der Schüler versucht meist ein aus der Bhagavad Gita entwickeltes Persönlichkeitsideal zu entfalten. Mittel dazu sind Meditation, generelle Steigerung der Aufmerksamkeit in allen Lebensbereichen und das erlernen von weiteren Techniken um Geist, Emotionen, Intellekt und den Körper zu beherrschen.

Die letzten Tage war ich etwas kränklich Erkältung/ Angina oder irgendetwas dazwischen. Schuld (JA! – her mit den Schuldigen!!!) sind diese doofen ^^ Propeller an der Decke, die es bei uns nur noch im Fleischerladen gibt… Die Dinger werden gandenlos auf vollen Schub gestellt, so dass zurecht befürchtet werden muss, das die Decke davon fliegt. Es kann natürlich auch sein, das in so manchem indischen Gebäude, die Ventilatoren der letzte Bewahrer der Decke vor dem Einsturz sind.

Ich denke, das alleinige Vorhandensein der Luftzerschneider in deutschen Metzgerein ist eine Verschwörung der Pflanzenesser… Wird man krank, denkt man natürlich “Ja ja dieses Fleisch, es ist nicht nur falsch es zu essen, – nein es macht mich auch noch ganz krank!”

Im Ashram gab es natürlich kein Fleisch… so eine Yogi-Ernährung ist völlig fleischlos… und nicht nur das… sie ist auch frei von einem großen Teil scharfer Gewürze sowie von Zwiebeln und von Knoblauch… denn das alles macht wie Koffein auch den Geist etwas hibbelig, so dass er am Ende “wie der wilde vom Skorpion gestochene Affe im Wald herumhüpft.”

Gegenwärtig weil(t)e ich in Varkala, wo ich versuche mich ganz der Arbeit zu widmen. Cliff und Strand sind wunderschön… und da hier so viele “Westerner” abhängen, habe ich auch kaum noch das Gefühl in Indien zu sein. Die Hochsaison scheint aber jetzt Anfang März vorbei zu sein, die Frühlingsgefühle wollen die Menschen wohl in ihrer Heimat erleben.

Nein heute bin ich noch (seit einer Woche) im Amma Ashram… Hier dreht sich alles um eine Frau. Amma! Mit Amma kann man sich das so vorstellen, wie mit Chesus. Sie ist praktisch Mensch und Gottesmutter in einer Person und noch so einiges mehr, was ich nicht verstehe. Sie hat das natürlich niemals selbstbehauptet. Sie hat eigentlich immer nur fleißig gebetet, gesungen, jeden umarmt und die Sachen die ihrer Familie gehörten an noch ärmere Leute verschenkt.

Davon waren Leute so begeistert, das sie unbedingt mit ihr unter einem Dach Leben wollten. Das fand ihre Familie erstmal natürlich nicht so toll, so viele fremde Leute bei sich zu Hause zu haben und reagierte darauf wie die Mutter des Brian!

Also wurde hinterm Haus wo der Kuhstall stand ein Ashram errichtet. Heute ist es das größte Ashram in Indien und es stehen hier u.a. zwei Hochhäuser für die Besucher, die alle hier her kommen um sich von Amma umarmen zu lassen. Ich habe mich natürlich auch umarmen lassen, was nicht im mindesten weh tat.

Morgen geht es nochmal zurück nach Varkala an den Strand (hier im ersten Bilde):
Varkala Nord Kliff

Damit die indischen Götter nicht verhungern:
Bunga Fest (oder so ähnlich... in Kollam)

Omm Sri Rama Jaina Rama Jaina Ram

February 14, 2014 by Visionary · 3 Comments
Filed under: Indien 

Nach einem üppigen Weihnachtsurlaub, auf dem ich trotzdem nicht schaffte alle zu besuchen, wiege ich nun einige Kilo mehr. In Berlin ist fast alles noch beim alten, S-Bahn unpünktlich, Flughafen unfertig auf unbestimmte Zeit, gefeiert wird immernoch feste nur die Obdachlosen sind jetzt vermehrt mit Rollkoffern unterwegs und der Senator für Finanzen behauptet, das Berlin dieses Jahr einen kleinen Überschuss erwirtschaftet.

Nachdem ich mir überlegte meine Weltumrundungstour da wieder anzuschließen, wo ich aufgehört habe (Ukraine), habe ich mich dann doch für Indien entschieden.

Gründe: Wärme, Yoga/ Meditation lernen/ verfeinern, Finanzen. Wenn alles klappt, werde ich nach einer Winterpause Pakistan, Iran, Armenien, Georgien, Russland besuchen und einen kurzen Abstecher auf die Krim machen um dort abzuklatschen, wo ich aufgehört habe. Dann gehts weiter Richtung Kasachstan und Mongolei.

Zurzeit stecke ich in einem Sivananda Yoga Ashram in Südindien in der Nähe von Thiruvananthapuram (Trivandrum). Morgen mache ich einen Tagesausflug zur Südspitze.

Ein Ashram ist eine Mischung aus Fitnesscenter und Kloster. Die Schüler von Swami Sivananda vertreten einen Ansatz der alle Religionen mit einschließt und so werden neben Shiva u.a. Moses, Jesus und Mohammed angerufen. Neben der Tatsache, das sie eine der ersten Schulen waren, die Yoga im Westen verbreitet haben, hat sicherlich auch diese Tatsache zu Ihrem weltweiten Erfolg bei getragen.

Der Tagesablauf hier ist ziemlich strukturiert. Gegen 05.30 wird aufgestanden und um 10.30 gehen die Lichter aus. Aber länger macht sowieso keiner, da alle Knülle sind. Die Asanas (was wir im Westen uns gemeinhin als Yoga vorstellen) werden am Tag knapp 4h (davon ca. 1h Entspannungstechniken) gelehrt. Den Rest verwendet man für Pausen, Essen, SingSang, KarmaYoga (Arbeit) und Unterricht in der Philosphie des Yogas (die Asanas machen so sagt man nur 10% von Yoga aus).

Internet ist hier so gut wie nicht existent, zum Glück habe ich aber mobiles Internet… und das heißt für Euch:

SCHON WIEDER KEINE FOTOS… KEINE FOTOS NICHT! SCHON WIEDER KEINE FOTOS… KEINE! FOTOS!

Übermorgen fängt der Yoga Kurs für Fortgeschrittene an. Die Grundtechniken beherrsche ich schon alle ganz gut – nur mit dem freien Kopfstand klappt es nocht nicht ganz. Auch das Sitzen im Schneidersitz gelingt mir nur recht kurz.

Kurz – ganz kurz dann langer Marsch nach Moldawien

October 3, 2013 by Visionary · 7 Comments
Filed under: Rumänien 

Seit einem Monat wieder in Rumänien. Mit ein paar Franzosen durchs Land gezogen. Schöne Zeit gehabt. Dann seit geraumer Zeit in Brasov/ Kronstadt (Transylvanien) festgehangen. Sehr viele deutsche Vampire auf Besuch hier. Heuer aber mit 30 Jungvampieren aus Polen übernachtet. Nicht gebissen worden (hoffentlich!).
Die letzten 3 Tage Dauerregen und Schnee. Brasovs Hausberg – gepuderzuckert. Heuer trotzdem Aufbruch zu Fuß von hier nach Chisnau/ Moldawien. Zwei mal muss ich aber Bahn oder Bus nehmen. Querung Vraneca Nationalpark. Wenn ihr nichts mehr von mir hört – hat mich einer von 6500 rumänischen Bären gefressen. Fotos vom Schnee in Brasov – leider weg. Wie immer.
Entspannten Feiertag wünsche ich euch!

Miscellaneous

August 7, 2013 by Visionary · 3 Comments
Filed under: Griechenland, Türkei 

Ist das schöne aber unaussprechliche und unmerkbare englische Wort für Verschiedenes…

„Ellenbogen, Ellenbogen sei doch nicht so ungezogen…“ – fast jeder erinnert sich wohl noch an den spleenigen Spruch, den einem einst Kindergärtner und Eltern versuchten beizubiegen und dessen erste Worte stets dann angestimmt wurden, wenn jenes Körperteil auf der Tischplatte zu liegen kam… Später hieß es dann nur noch „Ellenbogen…“ mit dem – ich hab es doch schon tausend mal gesagt Blick…

So ist es natürlich bei mir zu Hause nicht zugegangen – wohl aber bei euch – wie ich aus sichern Quellen weiß. Mittlerweile können sich schon ein paar eurer Stammhalter solche Sprüche anhören.

Nun war aber mein Ellenbogen auch mal ungezogen und wohl viel zu oft auf dem Tisch, weswegen sich ein Nerv dort in eine unzugängliche Ritze geschoben hat. Dieser will jetzt operativ entfernt werden… Das herauszufinden kostete Zeit… den herauszukriegen kostet Geld! Mittlerweile bin ich deshalb schon 2 Wochen in Istanbul… und wenn heute nicht die Zusage der Versicherung kommt, kann wohl erst nächsten Montag operierte werden, weil sich die Ramadanfeierlichkeiten dazwischen hängen…

Istanbul ist zum Glück eine interessante Stadt, die ich aber bisher nicht sehr genoss – in der ersten Woche machte mir der flotte Otto einen Strich durch die Rechnung.

Nachdem ich über ein Monat in Griechenland auf dem Athos unter Mönchen war, besuchte ich noch Meteora (wie Elbsandsteingebirge – nur mit Klöstern oben drauf), wanderte im, am und auf dem Olymp umher (Griechenlands höchste Berge) und besuchte Thessaloniki. Schließlich machte ich einen Abstecher ins nicht griechische Mazedonien und fuhr von dort aus anschließend nach Istanbul.

Gestern war dann doch noch die Operation… wegen der Nachsorge bleibe ich jetzt noch bis nächste Woche Mittwoch hier…

Bild von Orhan Pamuk in Buchandlung auf dem Tarlabasi Boulevard - der Istanbuler Einkaufsstraße, die zum Taksimplatz führt...

Eigentlich dachte ich, ich lächle auf dem Foto… wie man sich doch täuschen kann…

Blick von den Berghängen des Olymp ins Tal

Eines der Meteora Klöster

Griechenland

May 21, 2013 by Visionary · 2 Comments
Filed under: Griechenland 

20.05.2013

Gestern auf Athos angekommen. Von der bulgarischen Grenze aus gelaufen. Jetzt sitzt ich in einer Taverne und warte. Warte darauf, dass the „HOLY EXECUTIVE OF THE HOLY MOUNT ATHOS“ in Thessaloniki telefonisch wieder erreichbar ist. Kurz nach 9.00 konnte ich das Büro zum Glück einmal erreichen, um zu erfahren, dass ich womöglich am Mittwoch einen Besucherplatz erhalten könnte, um dann 4 Tage auf der Halbinsel von Kloster zu Kloster zu pilgern. Da es sich wahrscheinlich um den Platz einer Person handelt, die verhindert ist, bin ich ein wenig aufgekratzt, den normalerweise beträgt die Vorlaufzeit für ein Reservierung wohl mindestens fünf Wochen.

Eine Taverne warb mit Internet…, woraufhin sich mein Laptop schon sehr freute… jedoch versuchte mir die/ der Bedienung/ Besitzer sein kleines wohl internetsüchtiges Asio Netbook in die Hand zu drücken, wovon ich doch dann auf das Internet zugreifen könne. Die junge Internetgeneration sagt dazu „facepalm“ doch es steht einem natürlich frei, ganz einfach so die Hand aufs eigene Gesicht zu legen. Eine Geste, von der jedoch mein griechisch „Phrasenbuch“ abrät… allerdings bleibt unklar, ob die höchste hellenistische Beleidigung schon ist, die eigene Hand in Gegenwart des anderen auf das eigene Gesicht zu drücken oder die eigene Hand in das Gesicht des zu Erniedrigenden.

Auch kann ich nicht herausfinden, ob das Anrufproblem evtl. an meiner frische erworbenen griechischen Telefonkarte liegt… Aber kann ja eigentlich nicht sein… ein Anruf geht… und danach nichts – macht nicht so Sinn… Werde also wenn sich nach knapp 2 Stunden probieren nichts tut (also gleich), nochmal hier zum örtlichen Büro pilgern, von dem aus ich schon vor geraumer Zeit meinen Pass faxen ließ… mit der Anweisung vom Zentralbüro parallel dazu dort anzurufen…

Kurze:

- bellende Hund lassen mich jetzt völlig kalt
- das Mittelmeer ist schon angenehm warm für mich, jedoch nicht für einen Franzosen der auf den Spuren Marco Polos wandert
- wenn Pleite, dann dank Cafe Frapee und Eiscreme
- immer schön im Freien gezeltet und schlechteste Nacht auf Zeltplatz erlebt
- Hellas hat mindestens 5 Skigebiete…
- ab Morgen kann ich 4 Tage auf Athos herum pilgern
- Kredite Karte wahrscheinlich im Automaten vergessen (hoffentlich). Örtliche Bank hat aber bis jetzt unergründliche Öffnungszeiten. Überhaupt bin ich zur Zeit geistig wohl nicht ganz fit (Migräne etc.). Hoffe es liegt am Klima und schlechten Ernährungsgewohnheiten. Deswegen jetzt ein kühles Foto noch aus Bulgarien…

Zu Ostern in Bulgarien

April 27, 2013 by Visionary · Leave a Comment
Filed under: Bulgarien 

Zuletzt besuchte Orte:

Burgas *** ausführlichen Rapport vielleicht einmal später (also nie?) – schließlich war ich ja mehr als 3 Monate da… es ist wie Marzahn nur schöner – weil Marzahn nicht von 3 Seen und zusätzlich noch dem Meer umgeben ist… des weiteren wäre Marzahn ja auch viel schöner, wenn er in jeder Straße wie in Burgas mindestens einen Kaffeeautomaten hätte, der nen Espresso frisch gemahlen für 25 Centissimo raushaut…

Sarafovo ** die Toten haben hier nicht nur jeder mindestens einen Grabstein aus Marmor, sondern auch einen herrlichen Blick aufs Tote Meer – haste wohl gedacht… nee – aufs Schwarze natürlich!!! Etwas weiter nördlich begeistert der Ort mit ein paar noch nicht fertigen Appartments (fertige gibt es natürlich auch zu kaufen…)

Pomorie** buchtet Burgas ein und viel Meer kann ich auch nicht sagen, weil ich nicht bis zur Spitze gelaufen bin aber Hotels gibt’s schon einige da… Pomories Salzbinnenseen haben mir wesentlich besser gefallen – neben seltenen Vogelarten habe auch ich dort hinter den Weinstöcken übernachtet…

Aheloy**… die Haupstraße Off Season bietet einen sehr traurigen Anblick… in Ferne am Strande hab ich gewaltige Hotelkomplexe grüßen sehen. Die sich durch den Nachbau des Leuchturmes von Alexandria zu schmücken meinten.

Ravda** eher so ein kleiner Badeort, in dem es sich eventuell auch des Winters aushalten lassen würde.

Nessebar*** bis auf die kleine vorgelagerte Halbinsel (das eigentliche Nessebar), die nur über eine kurze Straße mit dem Festlande verbunden ist und seit 1981 weltkulturerbt, ist die vorgelagerte Urlaubstadt nur so mit Hotels und Einfamilienhäuser zugekleistert (bis auf eine sehr schöne Sanddüne). Außerhalb der Saison sind die 3 Supermärkte geschlossen!!! Ich übernachtete im Weltkulturerbe in Charlies Cafe (oder so) unter den zusammengestellten Möbeln, mit herrlichem Blick auf die Bucht von Nessebar…

Sunny Beach** nördlich eigentlich noch zu Nessebar gehörend. Wenn du einen Endzeitfilm oder Katastrophenfilm drehen möchtest der in Vegas oder Kalifornien spielt, dann bekommst du für wenig Budget hier das beste geboten. Jetzt Anfangs April hatten gerade die Aufräumarbeiten nach dem Winter der so einiges demolierte begonnen. Tip: die 4 Märzwochen als Drehtermin ansetzen… haben schon einige sonnige Tage und die saisonarbeitslosen Aufräumer und Angestellten können schon 4 Wochen vorher preiswert als Statisten und Helfer gebucht werden…

Sveti Vlas * von hier ging es auf dem Europawanderweg E3 in Richtung Westen…
Ort ohne Namen aber mit Fernsehturm **

Kozichino ***

Rozhden **** Die 4 Sterne gibt es nicht so sehr wegen der Schönheit des Ortes, obwohl einige alte Bauernkaten noch
recht original erhalten sind, als vielmehr für die Liebenswürdigkeit und Gastfreundschaft der Bewohner

Mrezhichko **
Topchiysko **
Snezha ***
Daskotna **

Planinitsa *** und Rupcha liegen in einem wunderbaren sehr an die Toskana erinnernden Tal

Rupcha ***

Roma Wagenburg *** mitten auf dem „Wanderweg“ im Naturschutzgebiet – ahahaha

Byala Reka *** hier kam ich am 15. April endlich wieder aus dem Wald. Und nächtigte noch mal eine Nacht mit Birkenlagerfeuer am rauschenden Fluss inmitten fantastischster Wiesen, die hier tip top von Kuh und Schaf auf Golfplatzniveau gehalten werden. Ich mußte auch gar nicht auf den Bus warten, sondern man war so freundlich mich ohne Entgelt spontan bis nach

Varbitsa *** mitzunehmen. Dort verweilte ich einen Tag um dann per Bus nach

Shumen *** weiter zu reisen. Hier übernachtete ich auf dem Shumen Plateau 5 Tage im Starijat Grad (Nacht 8,50 Euro), bevor ich mit dem Nachtzug am Morgen des 23. April in

Sofia *** eintraf. Dort 2 Tage im Nightingale Hostel (Nacht 8,50) genächtigt und am Donnerstag Morgen den 25. April direkt von dort mit dem Bus zum

Kloster Rila ***** weitergetourt. Habe jetzt 2 Nächte im Kloster geschlafen (12 Euro je Nacht) und würde dies warscheinlich auch weiterhin tun, wenn jetzt nicht etliche Mönche und andere Würdenträger aus ganz Bulgarien anreisen täten um die orthodoxe Osterwoche zu begehen, die heute, mit dem Lazarustag beginnt und bis nächsten Montag andauert. Ich bin derweil ein Kilometer weiter mit Sack und Pack talaufwärts zum Zodiac Campingplatz gezogen und übernachte dort jetzt für 7,50 Euro die Nacht in einem Bungalow. Ich gedenke die Osterwoche über hier zu bleiben, wenn ich von hier aus meinen Internetgeschäften einigermaßen nachgehen kann. Derweil möchte ich mich in Meditation üben und die Osterfeierlichkeiten im Kloster beobachten (Ostern auf Bulgarisch) (und hier). Heute sollten die noch unverheirateten Mädchen bekränzt umherlaufen – leider konnte ich keines entdecken. Wahrscheinlich lebt hier in Klosternähe keines und die anreisenden Touristinnen werden mit Ihren Kränzen nicht den Mönchen den Verstand rauben wollen.

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